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Weltweit erste industrielle Pörner-Bio-Silikat-Anlage in Thailand

Neue Kooperation mit Evonik und Phichit Bio Power

Gerhard Bacher, CEO Pörner Deutschland, Banjong Tangjitwattanakul, Präsident Phichit Bio Power Co., Ltd. und Bernhard Schaefer, Senior Vize-Präsident Rubber Silica Evonik bei der feierlichen Unterzeichnung (v.l.n.r)

Im Zuge der Zusammenarbeit zwischen der Pörner Gruppe und Evonik wird Pörner die weltweit erste industrielle Bio-Silikat-Anlage für Phichit Bio Power in Thailand lizensieren, planen und errichten. Die von Pörner entwickelte nachhaltige Technologie ermöglicht die Herstellung hochreiner Bio-Silikate auf der Basis der Asche von Reishülsen, die CO2 neutral in Biomasse-Kraftwerken generiert wird. Das Pörner-Bio-Silikat-Verfahren gewinnt aus diesem erneuerbaren Rohstoff hochreine Silikate unter wesentlicher Einsparung von CO2-Emmissionen im Vergleich zum konventionellen Silikat-Hoch-Temperatur-Verfahren.

Die Pörner Gruppe geht eine Partnerschaft mit Phichit Bio Power Co., Ltd., Thailand, und Evonik Industries AG, Deutschland, einer der weltweit führenden Spezialchemie-Unternehmen, ein, um die silikatverarbeitende Industrie bei der Dekarbonisierung ihrer Produkte wie z.B. gefällte Kieselsäuren, Waschmittel, Kosmetik, Bauprodukte, Katalysatoren und Zeolithe zu unterstützen.

Dafür unterzeichneten die Unternehmen am 27.09.2022 eine Vereinbarung für den Bau der ersten industriellen Pörner-Bio-Silikat-Anlage im Zentrum des Reisanbaugebietes Phichit in Thailand. An der feierlichen Zeremonie in Thailands Hauptstadt Bangkok nahmen Banjong Tangjitwattanakul, Präsident Phichit Bio Power Co., Ltd, Bernhard Schaefer, Senior Vize-Präsident Rubber Silica Evonik, Gerhard Bacher, CEO Pörner Deutschland, sowie hochrangige Vertreter der Industrie teil.

Pörner lizensiert und liefert „turn key“

Als Gesamtanlagenplaner wird Pörner das Process-, Basic- und Detail-Engineering erbringen und liefert die Ausrüstungen „turn key“ inklusive Bau- und Montage sowie Inbetriebnahme, welche für Ende 2024 geplant ist. Das für Evonik exklusiv in Thailand produzierte Bio-Silikat wird in der Folge zu hochwertiger gefällter ULTRASIL®-Kieselsäure weiterverarbeitet, um die globale Reifenindustrie in ihrem Streben nach CO2-Neutralität zu unterstützen.

Nach dem patentiertem Pörner-Bio-Silikat-Verfahren wird Pörner die Anlage auf Basis von nachwachsendem Rohstoff, nämlich Reishülsen als natürliches Abfallprodukt der Reisproduktion, realisieren. Die Asche aus der Verbrennung dieser Hülsen in Biomasse-Kraftwerken wird dann zu einem wertvollen Industriegrundstoff, den Silikaten, verarbeitet. Die patentierte Anlagenkonfiguration gewährleistet eine sehr hohe Reinheit des Produktes, vor allem einen minimalen Gehalt an Verunreinigungen mit z.B. Metallen.

Zukunftsweisende Reifenproduktion

Der zugrundeliegende Pörner-Bio-Silikat-Prozess hat das Potential, die Silikat-Welt fundamental zu verändern. Das auf der ganzen Welt mehr und mehr nachgefragte nachhaltig hergestellte Produkt hat vielfältige Anwendungen, insbesondere auch für die Herstellung von Silica für die Produktion rollwiderstandsreduzierter Reifen, auch bekannt als „grüner Reifen“. Diesen Markt möchte Evonik, eines der weltweit führenden Spezialchemie-Unternehmen, nun mit nachhaltiger Silica, hergestellt aus Bio-Silikat, bedienen.

„Das bedeutsame Verfahren der Pörner Gruppe zur Erzeugung von Silikat aus Reishülsenasche nutzt Energie aus Biomasse, die es Evonik ermöglicht, den CO2-Fußabdruck um bis zu 30 % im Vergleich zu seiner Standardkieselsäure zu reduzieren. Kieselsäure ist die Schlüsselkomponente für kraftstoffeffiziente Reifen, die den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Pkw-Reifen um bis zu acht Prozent senken. Mit der nachhaltigen ULTRASIL® Kieselsäure wird ein weiterer Schritt unternommen, um den CO2-Fußabdruck der Kieselsäure deutlich zu reduzieren. Das Silikat, der wesentliche Rohstoff zur Herstellung von gefällter Kieselsäure, wird aus natürlichen Rohstoffen und mit grüner Energie hergestellt. Die Nachfrage nach nachhaltigen Rohstoffen für Reifen steigt erheblich. Bislang sind jedoch nur sehr geringe Mengen an biobasierter Kieselsäure auf dem Markt verfügbar, die den weltweit steigenden Bedarf nicht decken. Die neue Zusammenarbeit füllt diese Lücke und den Wunsch der Industrie, den Einsatz nachwachsender erneuerbarer Rohstoffe zu erhöhen,“ sagt Emmanuel Auer, Leiter des Geschäftsbereiches Silica.

Die Pörner-Bio-Silikat-Technologie

„Durch Forschung und Entwicklung über mehrere Jahre in unserer Demonstrationsanlage in Freiberg / Deutschland konnten wir die überlegene Qualität der Bio-Silikate in einem Präqualifizierungsprozess mit Evonik nachweisen“, freut sich Gerhard Bacher, CEO von Pörner Deutschland. „Unser patentiertes Verfahren nutzt auf intelligente Weise die natürlichen Eigenschaften der Reispflanze und produziert hochwertige Natriumsilikate ausschließlich mit Energieträgern aus Biomasse.“

Bei der kontrollierten Verbrennung der Reishülsen in modernen Biomasse-Kraftwerken wird CO2-neutral neben elektrischer und thermischer Energie auch hochwertige Reishülsenasche gewonnen. Diese Reishülsenasche enthält meist mehr als 80 % Siliziumdioxid (SiO2), woraus mithilfe des Pörner-Bio-Silikat-Verfahrens hochwertige Natrium- und Kalium-Silikate gewonnen werden.

Ökonomische und ökologische Wertschöpfungskette

„Die Vorteile für die Umwelt, Silikat aus Reishülsenasche herzustellen, liegen auf der Hand. Aber ebenso wichtig sind die Vorteile, die die Zusammenarbeit für unsere Projektbeteiligten in der Region bringt. Zum Beispiel durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze für lokale Gemeinden rund um die Anlage oder für Landwirte, die sich an unser Stromerzeugungsnetz anschließen können“, betont Banjong Tangjitwattanakul, Präsident von Phichit Bio Power Co., Ltd.

„Gemeinsam mit führenden Unternehmen wie Evonik und Pörner sind wir stolz, unseren Beitrag zur Verwirklichung dieser grünen Vision zu leisten, um große Mengen an Silikaten aus Reisschalenasche zu liefern, welche die Industrien dabei unterstützen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und dem Planeten zu helfen.“

„Innerhalb dieser Kooperation ist es nun möglich, Bio-Silikate im industriellen Maßstab herzustellen und damit den CO2-Fußabdruck unseres Verfahrensschrittes gegenüber der herkömmlichen Technologie um bis zu 70 % zu reduzieren. Nach jahrelanger Forschung und Entwicklung unseres eigenen, umweltverträglichen und nachhaltigen Verfahrens, beginnen wir nun mit ganzer Kraft, die weltweite Dekarbonisierung der silikatverarbeitenden Industrie voranzutreiben“, ergänzt Andreas Pörner, geschäftsführender Gesellschafter der Pörner Gruppe.

 

Ansprechpartnerin

Mag. Lydia Brandtner

Leiterin Marketing
Pörner Gruppe
Tel.: +43 5 05899-718